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ARD

Herausgegeben von der ARD-Programmdirektion / Presse- & Multiplikatorenkommunikation

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Ingrid Günther
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Medien
  • ARD
  •  | Helmut Fischer
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Dokumentarfilm (90 Min.)

Holt – Der Windkraft-Schwindler

Ab Freitag, 27. März 2026 | ARD MEDIATHEK Mittwoch, 8. April 2026 | 22:50 Uhr | DAS ERSTE













  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Bianca Domula



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© SWR/Frisbeefilms – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung

Stand: März 2026

INHALT

  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Bianca Domula

„Holt – Der Windkraft-Schwindler“ erzählt die wahre Geschichte von Hendrik Richard Holt, einem jungen Unternehmer aus dem emsländischen Haselünne, der als Hoffnungsträger der Energiewende gefeiert wird – und als verurteilter Betrüger endet. Der 90-minütige Dokumentarfilm zeichnet den Aufstieg und Fall eines Mannes nach, dessen Selbstinszenierung, politische Nähe und familiäres Umfeld ein Betrugssystem ermöglichen, das auf eine Beute von mehr als einer Milliarde Euro abzielt.

Mit seiner als Familienunternehmen inszenierten Holt Holding verkauft Holt Energiekonzernen europaweit das Versprechen, in Deutschland große Windkraftprojekte realisieren zu können – selbst dort, wo Widerstand von Bevölkerung und Kommunen herrscht. Um scheinbare Genehmigungsreife zu belegen, werden Projektunterlagen, Unterschriften, Zustimmungserklärungen und behördliche Dokumente systematisch gefälscht, teils schlicht am Rechner erstellt. Auf dem Papier entstehen genehmigte Großprojekte – in der Realität existieren sie nicht.

Der Film zeigt, wie dieses System über Jahre funktionieren konnte: getragen von Holts charismatischer Selbstdarstellung, dem Vertrauen in ein vermeintlich solides Familienunternehmen und einer Umwelt, die große Versprechen zu selten hinterfragt. Mehrere Familienangehörige sind aktiv beteiligt und werden später ebenfalls zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Betrug zerstört nicht nur Investorenvertrauen, sondern auch eine Familie.

Erst als eine Kommunalbeamtin Anzeige erstattet, geraten die Geschäfte ins Visier der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Schritt für Schritt wird das Ausmaß des Betrugs sichtbar. Holt selbst, der immer wieder davon spricht, Milliardär werden zu wollen, hält lange an seiner eigenen Legende fest – bis das System zusammenbricht.

„Holt – Der Windkraft-Schwindler“ ist ein dokumentarischer Wirtschaftsthriller über Täuschung, Größenwahn und die Macht der Selbstinszenierung – und über die blinden Flecken eines Systems, das Erfolg allzu bereitwillig glaubt.

Ab 27. März 2026 in der ARD Mediathek und am 8. April um 22:50 Uhr im Ersten





  • Bild: SWR/Frisbeefilms /Jürgen Rehberg

PROTAGONIST:INNEN & STAB

INTERVIEWPARTNER:INNEN

HENDRIK HOLT
Vorgeblicher Windenergie-Unternehmer, der wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs und anderer Delikte zu Freiheitsstrafen von insgesamt acht Jahren und acht Monaten verurteilt wurde.
JANA HOLT
Ehefrau von Hendrik Holt. Sie heiratet ihn 2022 während der Untersuchungshaft, ein Jahr später bringt sie das gemeinsame Kind zur Welt.
MARGARETHA HOLT
Die Großmutter, die von der Verhaftung ihres Enkels aus der Zeitung erfährt und dessen Taten nicht mit ihrem Wertesystem vereinbaren kann.
HOLGER KEUPER
Ehemaliger PR-Berater und Geschäftspartner von Hendrik Holt. Er ist privat wie beruflich von dessen Betrugs-Delikten betroffen.
STEFAN LEHNERT
Ehemaliger Chauffeur der Holts. Fährt Hendrik Holt zu seinen Terminen und ist am Tag der Verhaftung in der Familienvilla vor Ort.
Dr. NILS LEIMBROCK
Zuständiger Dezernent der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Er ermittelt etwa drei Jahre gegen Hendrik Holt und entdeckt hinter zunächst einer einzigen gefälschten Urkunde einen gigantischen Betrug.
MICHAEL TSCHOCHOHEI
Dezernent für Vermögensabschöpfung im Fall Holt. Er sucht und beschlagnahmt durch den Betrug ergaunerte Vermögenswerte im In- und Ausland.
HOLGER MEYER
Ermittlungsführer im Fall Holt und ehemaliger Kriminalhauptkommissar bei der Polizeidirektion in Osnabrück, die komplexe Ermittlungen im Bereich der Organisierten Wirtschaftskriminalität übernimmt.
BERNARD SÜDBECK
Leitender Oberstaatsanwalt. Er beschreibt den Fall Holt als den größten der Staatsanwaltschaft Osnabrück in den letzten Jahrzehnten.
NINA KALLMEIER & DIRK FISSER
Damalige Journalist:innen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, die in weit über einhundert Artikeln und einem Podcast über Holt berichteten.



STAB & PRODUKTION

REDAKTION
Mirjam Dolderer und Antje Stamer (SWR) Julia Klüssendorf (HR) Timo Großpietsch (NDR)
EIN FILM VON
Jan Peter und Sandra Naumann
PRODUZENTEN
Alexander Bickenbach Manuel Bickenbach
KO-PRODUZENTEN
Tina Illgen Michael Faustino-Bauer
DREHBUCH
Jan Peter Sandra Naumann
REGIE
Jan Peter
MUSIK
Matthias Müller
BILDGESTALTUNG
Jürgen Rehberg
MONTAGE
Susanne Schiebler (BFS)
SOUNDDESIGN & MISCHUNG
Jörg Klaußner
FARBKORREKTUR
Eric Giese



„Holt – Der Windkraft-Schwindler“ ist eine Produktion von Frisbeefilms im Auftrag von SWR, HR und NDR, in Koproduktion mit Avanga und Fortis Imaginatio.

Ein Film von Jan Peter und Sandra Naumann. Die Redaktion verantworten Mirjam Dolderer und Antje Stamer (SWR), Julia Klüssendorf (HR) und Timo Großpietsch (NDR). Produzenten sind Alexander Bickenbach und Manuel Bickenbach (Frisbeefilms), Koproduzent:innen Tina Illgen und Michael Faustino-Bauer.

  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

STATEMENTS DER MACHER

Statement der Redaktion

„Holt – Der Windkraft-Schwindler“ ist die wendungsreiche Geschichte über den Aufstieg und Fall eines Unternehmers, der selbst unter den ganz großen Betrügern mit seinem Lügengeflecht heraussticht. Hendrik Holt verkaufte zusammen mit einigen Familienmitgliedern fingierte Windkraftprojekte an Energiekonzerne. Mit den Millionendeals finanzierte er sich ein Luxusleben mit Personal, großen Autos, Privatjet, exquisiten Partys, teuren Hotelsuiten und Immobilien. Holt bewegte sich mit gefälschtem Doktortitel und einer „Aura des Geldes" in den höchsten Kreisen der Wirtschaft und der Politik, traf Entscheidungsträger und wurde als seriöser Unternehmer wahrgenommen.

Warum aber porträtiert man eine Figur wie Hendrik Holt, einen Felix Krull unserer Zeit, einen verurteilten Straftäter? Ziel des Films ist es nicht, ihn zu glorifizieren, sondern Mechanismen hinter seinem Betrug und die gesellschaftlichen Strukturen, die diesen ermöglichten, offenzulegen. So werden die Filmsets, in denen gedreht wurde – wie die Jagd, die Fahrt im Bentley, der Jet – immer offen als Filmkulisse sichtbar gemacht, teils sogar so überzeichnet wie Holts Ego. Denn Inszenierung und Charisma waren die Voraussetzungen für seinen Erfolg, ähnlich wie bei anderen modernen Hochstaplern, von Anna Sorokin (Inventing Anna) bis Billy McFarland (Fyre Festival). Diese Figuren sind keine Einzelfälle, sondern symptomatisch für unsere Zeit, die vom Streben nach Status, Ruhm und Anerkennung geprägt ist. Ihre Geschichten offenbaren die Schwächen und Verführbarkeiten unserer Gesellschaft, welche perfekt inszenierte Erfolgsgeschichten belohnt. Sein Vordringen in die höchsten politischen Kreise offenbart die Abgründe des Lobbyismus. Sein Handeln steht sinnbildlich für eine Ära, in der Gier und kurzfristige Gewinne oft über moralische Prinzipien gestellt werden.

„Ich glaube grundsätzlich, dass Gier eine gute Eigenschaft ist“, sagt Hendrik Holt im Interview und zitiert damit sinngemäß Gordon Gecko aus „Wall Street“. Und wenn sein Vorbild Donald Trump trotz Vorstrafen Präsident des mächtigsten Landes der Welt wurde, dann könne auch aus ihm nach fast neunjähriger Haftstrafe noch alles werden.

Der Film zeichnet außerdem nach, wie die ermittelnden Strafverfolger als Gegenspieler von Hendrik Holt auf seine Spur kamen. Kurz bevor es zum ganz großen Deal kommt, schlagen sie zu und verhindern so Schlimmeres. So ist die Geschichte am Ende ein Beispiel für den funktionierenden Rechtsstaat: Der Erfolg der Ermittler verdeutlicht, welche Rolle einzelne Personen, die sich nicht blenden lassen, im Aufdecken von Fehlverhalten spielen. Es ist eine Mahnung, genau hinzusehen, vor allem dort, wo Geld scheinbar keine Rolle spielt und Status nicht hinterfragt wird.

Mirjam Dolderer, Antje Stamer, Julia Klüssendorf und Timo Großpietsch

Interview mit den Filmemacher:innen

  • Bild: Jürgen Rehberg

Jan Peter und Sandra Naumann

Jan Peter, Drehbuchautor und Regisseur, und Sandra Naumann, Co-Autorin



Wie sind Sie auf Hendrik Holt gekommen? Was hat Sie an seiner Geschichte besonders interessiert und warum haben Sie entschieden, gerade diesen Fall zu verfilmen?

Auf Hendrik Holt sind wir durch einen Podcast aufmerksam geworden. Schnell war klar, dass dieser Fall weit über die Geschichte eines einzelnen Betrügers hinausgeht.

Holt bewegte sich an der Schnittstelle von Politik, Wirtschaft und Energiewende – also in einem Bereich, der gesellschaftlich hoch aufgeladen ist und in dem große Versprechen, Förderlogiken und Interessen aufeinandertreffen. Sein Auftreten, seine Netzwerke und seine Art, Erfolg zu behaupten, verweisen weniger auf individuelle Raffinesse als auf strukturelle Schwächen.

Genau das hat uns interessiert. Nicht der spektakuläre Betrugsfall an sich, sondern die Frage, warum er möglich war – und warum so viele bereit waren, ihm zu glauben. Für uns erzählt dieser Fall viel über gegenwärtige Sehnsüchte nach einfachen Lösungen, schnellen Erfolgen und vermeintlichen Macherfiguren. Diese gesellschaftliche Dimension war der ausschlaggebende Grund, den Fall filmisch zu untersuchen.

Holt befand sich zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch im Gefängnis. Wie ist es Ihnen gelungen, Zugang zu ihm zu bekommen, und welche Bedingungen waren dafür nötig?

Der erste Kontakt kam über einen seiner Anwälte zustande. In einem längeren Vorlauf haben wir zunächst über mehrere Monate hinweg ausführlich telefoniert, um Erwartungen, Grenzen und Bedingungen zu klären. Uns war wichtig klarzustellen, dass der Film keine Verteidigungsschrift und kein Wohlfühlporträt sein würde, sondern eine journalistische Auseinandersetzung.

Als Hendrik Holt später in den offenen Vollzug wechselte, kam es zu einem ersten persönlichen Treffen. Die Dreharbeiten fanden nach weiteren Lockerungen im Laufe des Jahres 2025 während seiner genehmigten Ausgangszeiten statt. Dabei galten für uns dieselben Auflagen wie für ihn – unter anderem die verpflichtende pünktliche Rückkehr in die Justizvollzugsanstalt.

Der Zugang entstand nicht aus Nähe, sondern aus Klarheit: Holt war bereit zu sprechen, wir waren bereit zuzuhören – unter klar definierten journalistischen Bedingungen.

Sie haben mit Familienangehörigen, ehemaligen Geschäftspartnern, Staatsanwaltschaft, Polizei und Journalisten gesprochen. Wie haben Sie diese Personen ausgewählt und für die Zusammenarbeit gewonnen?

Für den Film haben wir mit deutlich mehr Menschen gesprochen, als letztlich im Film zu sehen sind – darunter auch mit allen verurteilten Familienangehörigen. Diese Gespräche waren notwendig, um den Fall in seiner Komplexität zu verstehen, Zusammenhänge einzuordnen und Aussagen überprüfen zu können.

Uns war wichtig, unterschiedliche Perspektiven abzubilden: die des Täters, seines familiären und geschäftlichen Umfelds sowie die der Ermittlungsbehörden und der Journalisten, die den Fall über Jahre begleitet haben. Mit allen Beteiligten führten wir ausführliche Vorgespräche. Vertrauen ist bei einem Projekt wie diesem eine Voraussetzung – ebenso wie die klare Haltung, dass Aussagen überprüft und kontextualisiert werden.

Am Ende haben wir uns bewusst für eine Zuspitzung entschieden und nur diejenigen Stimmen in den Film aufgenommen, die für das Verständnis des Falls und seiner Mechanismen unverzichtbar sind.

Aus der Welt von Politik, Lobbyarbeit und der Energiekonzerne war niemand bereit, vor die Kamera zu treten. Gespräche im Hintergrund hat es dennoch gegeben. Auch diese Verweigerung ist Teil der Geschichte.

"Holt – Der Windkraft-Schwindler" ist kein klassisches True-Crime-Format. Wie haben Sie die ungewöhnliche Inszenierung umgesetzt und worauf lag Ihr kreativer Fokus?

Der Film ist bewusst und sichtbar „over the top“ inszeniert. Diese Entscheidung ergibt sich aus der Geschichte selbst: Hendrik Holt hat sein Leben, seinen Erfolg und seine Rolle über Jahre hinweg selbst inszeniert – gegenüber Geschäftspartnern, in der Öffentlichkeit und in sozialen Medien. Wir greifen diese Selbstinszenierung filmisch auf und führen sie weiter, um sie offenzulegen.

Ob Bentley, Privatjet oder Luxusrestaurant – diese Sets sind nicht als reale Rekonstruktionen gedacht, sondern bewusst hergestellte Kulissen. Immer wieder zeigen wir auch den Apparat dahinter: Die Kameras, die Kulisse, das Team. Die Inszenierung bleibt stets transparent.

Ziel ist nicht Täuschung, sondern Entlarvung. Der Film behauptet nicht, diese Bilder seien „wahr", sondern macht ihre Künstlichkeit sichtbar und stellt sie überprüfbaren Fakten gegenüber. So entsteht ein hybrides dokumentarisches Format, das nicht Realität nachstellt, sondern die uns fortwährend umgebende Konstruktion von Realität wie auf Social Media selbst zum Thema macht.

Welche Erkenntnisse über die Mechanismen, die den Betrug ermöglichten, waren für Sie besonders prägend?

Der Fall Holt überrascht weniger durch einzelne Details als durch seine innere Logik. Er zeigt, wie leicht Systeme ins Rutschen geraten, wenn wirtschaftlicher Erfolg und Status höher bewertet werden als Kontrolle und Überprüfbarkeit.

Besonders auffällig war, wie nah ein Mensch an politische Entscheidungsträger und Institutionen herankommen kann, sobald er als erfolgreich wahrgenommen wird. Nähe entsteht hier nicht durch Inhalte, sondern durch Status – und dieser Status wird selten hinterfragt.

Der Film erzählt deshalb nicht nur von einem Täter, sondern von einem System, das anfällig ist für große Versprechen, Selbstsicherheit und Nähe zur Macht – und das Kontrolle oft erst dann ernst nimmt, wenn der Schaden bereits entstanden ist.

Wie haben Sie sich auf die Interviews und den Film vorbereitet? Welche besonderen Herausforderungen bringt ein Film über einen Betrüger mit sich?

Bei einem Film über einen Betrüger ist die Überprüfbarkeit von Aussagen zentral. Gespräche allein reichen hier nicht aus. Deshalb basierte unsere Arbeit von Beginn an auf einer umfassenden Aktenrecherche.

Teil unserer Vereinbarung mit Hendrik Holt war, dass er uns die vollständigen Verfahrensakten zur Verfügung stellt – mehrere zehntausend Seiten Originaldokumente aus Ermittlungen und Gerichtsverfahren. Diese Akten bildeten die Grundlage unserer Recherche und ermöglichten es uns, Aussagen einzuordnen, zu überprüfen und zu konfrontieren.

Wir haben uns bewusst nicht auf Selbstauskünfte verlassen, sondern auf belegbare Fakten. Diese Arbeitsweise war zeitaufwendig, aber notwendig – und nur möglich, weil die beteiligten Sender die Zeit und Mittel für eine tiefgehende Recherche zur Verfügung gestellt haben.

Warum hat Hendrik Holt Ihnen so viel Einblick in sein Leben gewährt?

Hendrik Holt ist eine Figur, für die Sichtbarkeit eine zentrale Rolle spielt. Der Wunsch nach Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung ziehen sich wie ein roter Faden durch seine Biografie.

Für uns war entscheidend, diesen Wunsch nicht zu bedienen, sondern zum Gegenstand des Films zu machen. Holt erhält Raum, aber keine Kontrolle. Seine Aussagen stehen nicht für sich, sondern werden überprüft, kontextualisiert und mit Akten, Widersprüchen und anderen Perspektiven konfrontiert.

Der Film fragt daher weniger nach den inneren Motiven eines Einzelnen als nach der Wirkung von Sichtbarkeit selbst: Warum Menschen, die sich so stark inszenieren, solange glaubwürdig wirken – und was geschieht, wenn diese Inszenierung zerbricht.

Wie generell bei dokumentarischen Produktionen üblich, haben weder Hendrik Holt noch seine Familienmitglieder Geld für die Mitwirkung erhalten.

  • Bild: SWR/Frisbeefilms

Producers Statement

  • Bild: Patrycia Lukas

Alexander und Manuel Bickenbach

Alexander Bickenbach, Produzent Frisbeefilms



Der Fall Hendrik Holt eröffnete uns die Möglichkeit, eine Geschichte zu erzählen, die weit über einen Wirtschaftsskandal hinausgeht. Dieser Betrug funktionierte nicht im Verborgenen – er funktionierte, weil alle hinsahen und trotzdem glaubten. Im Zentrum steht Holt selbst: seine Selbstinszenierung und Täuschungen, die kollektiven Projektionen auf ihn und die Mechanismen eines Systems, das solche Figuren überhaupt erst zulässt. Daraus entsteht schonungsloses, intensives und druckvolles Entertainment – ein Film über Wahrheit, Lüge und Selbstbetrug, erzählt auch durch den Täter selbst als Protagonisten."



  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

ZITATE AUS DER DOKU

Hendrik Holt

  • Bild: SWR/Frisbeefilms

Hendrik Holt

Die guten Geschäfte werden dann gemacht, wenn Geld keine Rolle spielt. "
Geld kann in unserer heutigen Zeit alles erreichen. Die Milliardäre sind die Fürsten unserer heutigen Zeit."
Ich glaube grundsätzlich, dass Gier eine gute Eigenschaft ist."
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Nils Leimbrock

  • Bild: SWR/Frisbeefilms /Jürgen Rehberg

Nils Leimbrock

Es war interessant zu sehen, dass es offensichtlich reicht, einfach nur reich zu sein, um Kontakte zu den höchsten Entscheidungsträgern unseres Staates zu kriegen. "
Das erste Bild, was sich mir hier geboten hat, war das Bild eines Menschen, der so exorbitant erfolgreich ist, dass man Zweifel haben musste. "
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Michael Tschochohei

  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Michael Tschochohei

Nach und nach ist dann das Kartenhaus Holt eingestürzt bis klar war, da ist einfach überhaupt nichts echt."
Also bei Betrugsstrafverfahren ist es eigentlich immer so, dass man zwischendurch auch als professioneller Strafverfolger denkt: Vielleicht stimmt es ja doch."
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Holger Keuper

  • Bild: SWR/Frisbeefilms /Jürgen Rehberg

Holger Keuper

Er hat den Eindruck vermittelt, Erfolg in die Wiege gelegt bekommen zu haben. Durch seine extravagante Kleidung, durch seinen Schneider in Hamburg, die drei Bentleys und, und, und ... durch diese ganzen Insignien des Erfolges, die er auch wirklich zur Schau stellte."
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Jana Holt

  • Bild: SWR/Frisbeefilms /Jürgen Rehberg

Jana Holt (Ehefrau)

Ich habe Hendrik von Tag eins an immer verteidigt und für mich ist Hendrik halt einfach als Person heilig."
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

Margaretha Holt

  • Bild: SWR/Frisbeefilms /Jürgen Rehberg

Margaretha Holt (Großmutter)

Ich sagte, Ihr müsst den doch mal untersuchen lassen, was mit dem Jungen ist. Geht da doch mal zum Psychiater oder so."
  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg



Wenn mir in Diskussionen abgesprochen wird: Du bist vorbestraft. Was willst du jetzt machen? Dann sage ich: Ich kann alles werden. Wenn Donald Trump gezeigt hat, dass er amerikanischer Präsident werden kann mit einer Vorstrafe und zum mächtigsten Mann der Welt wird, dann kann ich alles werden. Da ist alles möglich."

Hendrik Holt

  • Bild: SWR/Frisbeefilms/Jürgen Rehberg

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Ingrid Günther ARD-Programmdirektion (Presse)
Texte
Anja Käumle, Katy Steinfeld, Sandra Naumann, Jan Peter, Alexander Bickenbach und Mirjam Dolderer
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